Erfahrungsorientiertes Lernen (EOL)

Erfahrungsorientiertes Lernen bietet hochwirksame Möglichkeiten der Lösungsfindung, indem nicht nur die rationale, sondern auch die emotionale Intelligenz sowie die Verbindung von Körper und Geist aktiviert werden. Dieses mehrkanalige Lernen erhöht die Problemlösungskompetenz von Individuen und Gruppen deutlich.

Bei herkömmlichen Problemlösungsversuchen konzentrieren sich die Beteiligten oft auf die Frage: „Wo liegt der Fehler, wer ist schuld?“ Neurologisch sprechen wir hier von einer „Problemtrance“, die lösungsträchtige neuronale Bereiche nur begrenzt aktiviert. EOL hilft, dieser Falle zu entgehen.

Stattdessen ermöglicht EOL durch die Aktivierung von Körper, Geist und Emotionen eine deutlich größere Ressourcenaktivierung. Es vermeidet die Problemtrance, indem nicht das ursprüngliche Problem direkt behandelt wird, sondern eine Metapher in Form einer Interaktionsaufgabe. Diese Metapher stellt eine eindeutige Analogie zum Ursprungsproblem dar, wodurch wir die Personifizierungsfalle umgehen und die systemische Logik hinter Verhaltensmustern in einem sicheren Rahmen beobachten können.

Der Lösungsprozess erfolgt in 3 Phasen:

1. Durchführung:
Die Gruppe löst eine Interaktionsaufgabe. Hier werden die Spielregeln des Systems und die daraus entstehenden Verhaltensweisen unmittelbar erlebbar.

2. Bedeutung geben:
Wir übertragen den Prozess auf die eigene Situation. Dies hilft, die eigene Wirklichkeitskonstruktion zu hinterfragen und neue Deutungsmuster für bekannte Herausforderungen zu entwickeln.

3. Auswertung und Übertragung der Erkenntnisse:
Wir fragen: Wie können die gewonnenen Erkenntnisse über gestaltbare Spielregeln und neue Handlungsoptionen bei der Lösung unseres Ursprungsproblems genutzt werden, um die Wertschöpfung zu steigern?

Wie bei den meisten Kreativmethoden sind nicht nur die Ergebnisse erstaunlich, sondern auch der Lösungsprozess an sich und die dort erlebte produktive Kooperation bleiben den Beteiligten nachhaltig in Erinnerung. EOL ermöglicht so einen direkten Transfer von Erkenntnissen, um die Entscheidungsfähigkeit und Wirksamkeit in der realen Organisation zu erhöhen.

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